» » » 20.2.16 VfL Oberjettingen vs. TTG Herren II 9:7 – Viereinhalbstündiger Kampf um die Tabellenführung

20.2.16 VfL Oberjettingen vs. TTG Herren II 9:7 – Viereinhalbstündiger Kampf um die Tabellenführung

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Um 22.27 Uhr am Samstagabend war der fast viereinhalb Stunden dauernde Kampf der Leonberger (vor der Partie 18:4 Punkte) gegen den Tabellenführer aus Oberjettingen (19:3 Punkte) entschieden. Mit dem schlechteren Ende für die Männer der TTG Leonberg/Eltingen.

Manchmal kann Tischtennis eine grausame Sportart sein. So schön und wunderbar knappe, hart umkämpfte Siege im Tischtennis sein können, so schrecklich können sich ebensolche Niederlagen anfühlen. Dies trifft sowohl auf einzelne Matches eines Verbandsspiels zu, als auch auf das Gesamtergebnis im Duell zweier Mannschaften. Und so war es diesmal für den Leonberger Ersatzspieler Peter Valet ein rabenschwarzer Abend, nachdem er im Schlusseinzel trotz 2:0-Satzführung und 5:1-Punkteführung im 4. Satz seinem Gegner Werner Nüssle im 5. Satz beim Stand von 16:18 zum Sieg gratulieren musste, was zugleich die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft bedeutete.

Zuvor hatten sich die Gastgeber aus Oberjettingen mit dem jungen Team aus Leonberg ein Duell auf Augenhöhe geliefert. Immer wieder gelang es den Gästen durch spielerisch und kämpferisch starke Leistung den Gastgebern Paroli zu bieten und so fiel die Entscheidung erst im Schlussdoppel.

Los ging es mit den Doppeln Julian Nüssle/Werner Nüssle gegen Lutz Heck/Oliver Schartel, welches das Oberjettinger Vater-Sohn-Spitzendoppel in 4 Sätzen für sich entscheiden konnte (11:8, 11:8, 12:14, 11:1). Besser lief es beim TTG-Spitzendoppel mit Philipp Kratschmer/Stefan Luu gegen Michael Knof/Niklas Hain, welches die Leonberger im 5. Satz knapp gewinnen konnten (8:11, 11:7, 11:6, 8:11, 9:11). Das bisher in 7 saisonübergreifenden Ligaspielen ungeschlagene Doppel Tim-René Hagenlocher/Peter Valet musste gegen die Oberjettinger Steffen Fortenbacher/Stefan Haag eine 4-Satz-Niederlage hinnehmen (11:6, 11:4, 12:14, 11:6).

Der an Position 2 spielende Lutz Heck hatte im ersten Einzel gegen den Topspieler der Liga Julian Nüssle (20:0 Einzelbilanz) zu viel Respekt und nicht die nötigen spielerischen Mittel und verlor in 3 Sätzen (11:4, 11:5, 12:10). Teamcaptain Philipp Kratschmer machte es daraufhin gegen Michael Knof besser und erkämpfte sich einen 5-Satz-Sieg (9:11, 12:10, 11:4, 9:11, 6:11). Ebenfalls eine starke Leistung zeigte Oliver Schartel gegen den Linkshänder Steffen Fortenbacher und rang diesen durch aggressives Block- und Konterspiel in 5 Sätzen nieder (9:11, 17:15, 11:5, 9:11, 6:11). Stefan Luu fand anschließend gegen Niklas Hain im reinen Linkshänderduell nur schleppend in die Partie, konnte aber im Laufe des Matches spielerisch und kämpferisch deutlich zulegen. Mit einem grandiosen Ballwechsel, den man durchaus als Ballwechsel des Tages bezeichnen kann, entschied er die Partie schließlich in der Verlängerung des 5. Satzes für sich (11:3, 8:11, 11:5, 12:14, 10:12).

Nach diesen drei hart umkämpften 5-Satz-Siegen der Leonberger zur zwischenzeitlichen 4:3-Spiele-Führung wuchs der Optimismus, den Gesamtsieg nach Hause zu tragen, zunehmends. Getrübt wurde dieser Optimismus durch die anschließenden Niederlagen von Peter Valet gegen Stefan Haag (11:8, 11:8, 11:8) und Tim-René Hagenlocher gegen Noppenspieler Werner Nüssle (11:6, 12:10, 11:6) im hinteren Paarkreuz. Somit ging es mit einem 4:5-Punkte-Rückstand in die zweite Einzelrunde.

Hier konnte Philipp Kratschmer gegen Julian Nüssle in den ersten beiden Sätzen gut gegenhalten und nach verlorenem ersten Satz den zweiten knapp für sich entscheiden. Vor allem im dritten Satz zeigte der Oberjettinger, der bereits als Jugendspieler beim SSV Reutlingen in der Verbandsliga gespielt hatte, aber immer wieder seine Klasse und setzte sich schließlich in 4 Sätzen durch (11:7, 10:12, 11:2, 11:6). Nicht besser erging es daraufhin Lutz Heck gegen Michael Knof. Letzterer hatte mit den Aufschlägen des Leonbergers keinerlei Probleme und erzielte bereits beim Rückschlag durch aggressive Topspins und Flips oft den direkten Punktgewinn (11:5, 11:9, 7:11, 11:8).

Mit dieser 7:4-Führung der Oberjettinger wurde es für die Leonberger nun umso schwerer,  den erhofften Sieg noch zu schaffen. Doch noch gaben sich die Männer der TTG nicht geschlagen. Mit drei spielerisch und kämpferisch überzeugenden Siegen konnten die Gäste sich zurück in die Partie bringen. Dabei gelang den gut aufgelegten Youngstern Stefan Luu gegen Steffen Fortenbacher (11:13, 11:3, 9:11, 13:15) und Tim-René Hagenlocher gegen Stefan Haag (11:5, 6:11, 6:11, 9:11) jeweils ein Sieg in 4 Sätzen. Der an diesem Tag stark aufspielende Oliver Schartel gewann sein Spiel gegen Niklas Hain in 3 Sätzen und konnte dabei seinen Noppenbelag mit gefährlichen Vorhandblocks und –schüssen immer wieder erfolgreich einsetzen (6:11, 2:11, 12:14).

Somit ging es beim Stand von 7:7 nach knapp 4 Stunden Spielzeit gegen 21.45 Uhr in die entscheidenden Spiele. Hier traf Peter Valet, wie bereits im Hinspiel der Saison, erneut auf den Materialspieler Werner Nüssle. Auch diesmal konnte er die beiden ersten Sätze für sich entscheiden, ehe der Oberjettinger besser in die Partie fand und Satz drei und vier für sich entschied. Somit musste der Entscheidungssatz her und dieser entpuppte sich als wahrer Krimi für Zuschauer und Spieler. Nach mehreren abgewehrten Matchbällen in der Verlängerung sowie einem selbst vergebenem Matchball bei 12:13-Punkte-Führung fiel die Entscheidung beim 17:16 durch einen Netzroller des Oberjettingers. Wut und Enttäuschung waren bei Spieler und Mannschaftskollegen in diesem Moment groß, war dieser 8. Punkt der Oberjettinger quasi die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft.

Das anschließende Doppel zwischen Nüssle/Nüssle und Kratschmer/Luu konnten die Oberjettinger in 3 Sätzen für sich entscheiden (11:9 11:9 11:7) und somit den 9:7-Sieg perfekt machen.

Durch diesen Sieg haben die Oberjettinger nun einen 3-Punkte-Vorsprung auf die TTG Leo/Eltingen und werden sich diesen aller Voraussicht nach bis zum Ende der Saison nicht mehr nehmen lassen. Den Männern der TTG bleibt somit das Ziel, den wichtigen zweiten Platz zu verteidigen, um am Ende der Saison die Chance zu bekommen, über die Relegation den erhofften Aufstieg noch zu schaffen.

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